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Ausstellung “Gezeichnete Oberflächen”: Islamische Keramik von Mértola und Textildesign

Mértola Museum – Islamische Kunst – 18. Mai bis 4. September 2022

Die Studierenden des zweiten Studienjahres des Studiengangs Modedesign an der Fakultät für Architektur der Universität Lissabon hatten die Aufgabe, anhand von Keramikstücken aus dem Katalog der archäologischen Stätte von Mértola im Rahmen der Lehrplaneinheit Modematerialien II Textiltechnologien zu erforschen, um dann Designs auf textilen Oberfläche zu kreieren.
Die Virtuosität des islamischen Keramikdesigns im Zwiegespräch mit der den gestalteten Motiven innewohnenden Symbolik wurde, gefiltert durch aktuelle Veredelungsverfahren, auf textile Oberflächen übertragen. Es wurden gefärbte und geprägte Muster entwickelt, wobei verschiedene Materialien und Techniken eingesetzt wurden, die das Schaffen von Farben und Texturen in einer westlichen Lesart einer grafischen Darstellung der althergebrachten und islamischen Kultur beeinflussten. Es ist daher nicht verwunderlich, dass in einigen Fällen die Form der Werkstücke und das Design der Keramik hervorstechen und in anderen ihre Symbolik, die ebenfalls Gegenstand der Untersuchung ist.
Als kulturelle und identitätsstiftende Neuinterpretation ist das Design aus sozialer Sicht nachhaltig, indem es den Blick auf die Vergangenheit bewahrt und sich auf verständliche lokale Inspirationen stützt; es ist aber auch aus ökologischer Sicht nachhaltig, indem es die Vorteile natürlicher Farbstoffe oder digitaler Druckverfahren nutzt, welche umweltfreundlicher sind. Andere, die sich mit den besonderen Effekten von Materialien beschäftigten, die auf Reize reagieren, eröffnen eine zweite Lesart, welche neue Blicke auf sich ziehen und das Gewissen wachrütteln kann.
Es ist diese Mischung aus kreativen Anpassungen mit technischen Prozessen und Umdeutung, die das Design so bereichert und ihm die Möglichkeit, sich immer wieder zu erneuern, verschaffen. Das Museumszentrum für islamische Kunst, das als Inspirationsquelle für den kreativen Prozess diente, ist heute ein Ort, an dem die Art und Weise hinterfragt wird, wie die Antike durch das Textildesign in die heutige Zeit gebracht wird. In diesem Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, mit einem Blick in die Zukunft, werden im 1. Stock des Museums Textilmuster ausgestellt, die vornehmlich durch manuelle Verfahren hergestellt wurden, insgesamt 160 Werke, die in 5 Bereiche unterteilt sind: Figurative Muster, bestehend aus etwa 100 Werken, 2/3 der Sammlung; abstrakt Muster; Wende-Muster; technologische Muster, die durch digitale Verfahren wie Sublimation, Digitaldruck, Laserschneiden und Laserabrieb hergestellt wurden; dynamische Muster, mit Spezialeffekten wie photochromen, photolumineszenten oder reflektierenden Elementen, ferner wurde ein e-Textil hergestellt..
Die Ausstellung, die vom 18. Mai bis zum 4. September 2022 zu sehen ist, wird von dem Projekt DAS KÜNFTIGE LAND ENTWERFEN flankiert, das darauf abzielt, ein nachhaltiges Designmodell im Bereich der slow fashion umzusetzen, um so ein Modelabel zu schaffen, das auf der lokalen Kultur und dem Erbe von Mértola basiert und positive Auswirkungen auf die Bereiche Gesundheit, Soziales, Wirtschaft und Umwelt hat. Diesbezüglich wird durch den Beitrag der Studierenden der Transfer von städtischem/ländlichem Wissen im Bereich des Designs konkretisiert. Das Projekt wird von ASSOCIAÇÃO VIA CRIATIVA – Design für lokale Entwicklung gefördert, mit der Gemeinde Mértola und der Untergemeinde Alcaria Ruiva als Hauptpartner. Es wird durch das 2020 gestartete PROGRAMM BAIRROS SAUDÁVEIS (gesunde Ortsviertel) unterstützt, eine von der portugiesischen Regierung geförderte partizipative Initiative zur Verbesserung der Lebensqualität in benachteiligten Gebieten.

Impressum:
Kuratoren: Alexandra Cabral und Hugo Queirós
Produktion: Hugo Queirós, Alexandra Cabral, Maks Tatiana und Margarida Palma
Organisation: Associação Via Criativa – Design para o Desenvolvimento Local
Zusammenarbeit: Studierende des Fachs Modestoffe II des 2. Studienjahres des Studiengangs Modedesign
(Fakultät für Architekturtura der Universität von Lissabon)
Partnerschaft: Stadtverwaltung Mértola/Museum Mértola – Islamische Kunst
Unterstützung: Programm „Bairros Saudáveis” – Portugiesische Regierung

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