Am 12. Oktober fand in Moura das 8. Treffen des Museumsnetzwerks der Region Baixo Alentejo zum Thema „Risikomanagement in Museen: Zwischen Erhaltung, Management und Planung“ statt. Das Thema Schutz der Sammlungsbestände durch Prävention und vorausschauende Planung stieß sowohl bei den Mitgliedsmuseen des Netzwerks als auch bei den anderen vertretenen Institutionen auf großes Interesse; an der Tagung nahmen insgesamt 55 Personen teil.
Das Programm gliederte sich in zwei Panels. Im Vormittagspanel zum Thema „Bewahrung und Schutz des Gedächtnisses und der Identität“ hielt der Anthropologe Carlos Pedro den Vortrag „Eine ländliche Welt ohne Landbewohner: Einige Fragen zum ländlichen Kulturerbe“. Außerdem referierte die Wissenschaftlerin Florência Cacete über das Thema „Vom physischen zum digitalen Risiko: Herausforderungen des digitalen Wandels bei der Erhaltung und Verwaltung des ländlichen beziehungsweise lokalen musealen Erbes“. In diesem Zusammenhang wurden aktuelle Fragen des ländlichen Raums und der Museen, die sich mit Themen rund um das ländliche Leben und die landwirtschaftliche Arbeit befassen, sowie die Herausforderungen des digitalen Wandels für das immaterielle Kulturerbe und das kollektive Gedächtnis erörtert.
Am Nachmittag stellte Rita Balona im Panel „Risikoprävention in Museen: Wie sich die Sammlungsbestände schützen lassen“ den dramatischen Fall von Alcácer do Sal vor, in einem praxisnahen und realistischen Vortrag mit dem Titel „Zwischen Wasser und Erinnerung: Die Überschwemmungen in Alcácer do Sal und ihre Auswirkungen auf das archäologische Erbe“. Außerdem hielten Diana Carvalho vom Portugiesischen Museumsnetzwerk und Mário Ferreira, stellvertretender Chef der Berufsfeuerwehr Lissabon (Regimento de Sapadores Bombeiros de Lisboa), gemeinsam den Vortrag „Befähigung zum Schutz: Von der Bestandsaufnahme bis zur Sicherung“. Darin hoben sie die Bedeutung von Fortbildungsmaßnahmen sowie der Erarbeitung von Risiko- und Managementplänen zur Erhaltung der Sammlungsbestände hervor.
In der anschließenden Diskussion wurde die Bedeutung einer fundierten Bestandsaufnahme sowie der genauen Kenntnis der jeweiligen Region, des Gebäudebestands und der Sammlungen hervorgehoben. Darüber hinaus wurden die Herausforderungen durch Umweltprobleme und den Klimawandel sowie die Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen und technologischer Fortschritte erörtert. Das Treffen bot eine wichtige Gelegenheit zum Austausch von Ideen und Erfahrungen, vertiefte den fachlichen Austausch und unterstrich den Wert der Netzwerkarbeit.