{"id":16267,"date":"2022-04-21T08:33:02","date_gmt":"2022-04-21T08:33:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.museudemertola.pt\/v-treffen-industrie-geschichte-kulturerbe\/"},"modified":"2022-04-21T08:33:02","modified_gmt":"2022-04-21T08:33:02","slug":"v-treffen-industrie-geschichte-kulturerbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.museudemertola.pt\/de\/v-treffen-industrie-geschichte-kulturerbe\/","title":{"rendered":"V. Treffen Industrie, Geschichte, Kulturerbe"},"content":{"rendered":"<p>V. Treffen Industrie, Geschichte, Kulturerbe<br \/>\nMuseu dos Lanif\u00edcios, Covilh\u00e3 &#8211; 6., 7. und 8. April 2022<\/p>\n<p>Das V. Treffen Industrie, Geschichte, Erbe fand am 6., 7. und 8. April 2022 im Museu dos Lanif\u00edcios (Museum der Wollerzeugnisse) der Universit\u00e4t Beira Interior in Covilh\u00e3 statt. Diese Veranstaltung wurde vom Forum Industrie, Geschichte, Kulturerbe sowie von \u201eGeschichte, Territorien und Gemeinschaft\u201c, eine Au\u00dfenstelle an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Sozial- und Humanwissenschaften der Neuen Universit\u00e4t Lissabon, des Zentrums f\u00fcr funktionelle \u00d6kologie &#8211; Wissenschaften f\u00fcr Mensch und Planet der Universit\u00e4t Coimbra, in Partnerschaft mit dem Museu dos Lanif\u00edcios der Universit\u00e4t Beira Interior, der Stadtverwaltung Covilh\u00e3 sowie dem LabCom\/UBI ausgerichtet.<br \/>\nDie gehaltenen Vortr\u00e4ge befassten sich mit industriegeschichtlichen Themen, wobei das Hauptaugenmerk auf den Gemeinschaften lag, die unmittelbar oder mittelbar von den Industrialisierungsprozessen betroffen waren. Auf dem Programm standen auch F\u00fchrungen durch das industrielle Erbe von Covilh\u00e3 und die Einweihung der Fotoausstellung &#8220;Kulturerbe Covilh\u00e3\u201c. Ferner \u201eUm outro olhar&#8221; von Manuel F. Rodrigues und die Vorstellung des E-Books mit einigen der auf der IV. Tagung Industrie, Geschichte, Erbe vorgestellten Beitr\u00e4ge.<br \/>\nDas Museum und die Weberei von M\u00e9rtola waren mit einem Exposee von L\u00edgia Rafael vertreten: &#8220;Die althergebrachte Weberei der Wolldecken von M\u00e9rtola\u201c. Wie kann die Kontinuit\u00e4t des Savoir-faires gew\u00e4hrleistet werden?&#8221;, dessen Zusammenfassung nachfolgend wiedergegeben wird. Anwesend waren die Fachfrau Guilhermina Bento, die Weberin Maria de F\u00e1tima Mestre und die Weberauszubildende Nazar\u00e9 Fabi\u00e3o.<\/p>\n<p>Das althergebrachte Weben der Wolldecken von M\u00e9rtola. Wie kann die Kontinuit\u00e4t des Savoir-faires gew\u00e4hrleistet werden? &#8211; Res\u00fcmee<br \/>\nDas traditionelle Weben der Wolldecken von M\u00e9rtola \u00fcberlebt heute nur mehr noch als das, was dereinst eine Notwendigkeit und eine Art und Weise war, sich den Lebensunterhalt zu verdienen und das \u00dcberleben der Familie zu sichern. Vor etwa f\u00fcnfzig Jahren war die T\u00e4tigkeit des Webens durch eine Anh\u00e4ufung von Arbeiten gekennzeichnet. Die Werkst\u00fccke sollten auf den Bauerm\u00e4rkten der Region verkauft werden, und es galt, den zahlreichen Auftr\u00e4gen nachzukommen. Heute gibt es nur noch wenige Weberinnen, und die Erzeugung richtet sich haupts\u00e4chlich an Abnehmer, die Zuhause ein St\u00fcck haben m\u00f6chten, das die Erinnerung an dieses Savoir-faire hochh\u00e4lt: So wurde die Wolldecke von einem Gebrauchs- zu einem dekorativen Gegenstand.<br \/>\nDie Qualit\u00e4t des Webst\u00fccks steht und f\u00e4llt mit der intensiven, komplexen Arbeit der Aufbereitung der Wolle. Diese Arbeit wurde einst von der Weberin selbst ausgef\u00fchrt oder doch wenigstens genau verfolgt, war dies doch die einzige M\u00f6glichkeit, die G\u00fcte ihrer Arbeit zu gew\u00e4hrleisten und ihren Ruf in der Gemeinschaft zu wahren. Die Ausf\u00fchrung der Wollstoffe erfolgt \u00fcber den Webstuhl, eine komplexe mechanische Vorrichtung, die die Kenntnis und das Verst\u00e4ndnis aller ihrer Bestandteile voraussetzt. Durch das Fixieren einer Reihe von parallelen F\u00e4den (Kette) erm\u00f6glicht dieses Instrument die Verkreuzung mit anderen F\u00e4den (Schuss), um schlie\u00dflich den Stoff zu fertigen, welcher einfach oder auch mit komplexeren dekorativen Motiven versehen sein kann.<br \/>\nDas Museumszentrum der Weberei erm\u00f6glicht es dem Besucher, diese Arbeit vor Ort zu bestaunen und die Funktionalit\u00e4t der ausgestellten und eingesetzten Gegenst\u00e4nde nachzuvollziehen, die f\u00fcr das Ged\u00e4chtnis an eine tausendj\u00e4hrige T\u00e4tigkeit stehen, welche bis in unsere heutigen Tage \u00fcberlebt hat. Die gesellschaftliche Weiterentwicklung, die Schwierigkeiten mit der Aufrechterhaltung der althergebrachten Produktion, versch\u00e4rft durch die Probleme der Landflucht und Ver\u00f6dung des portugiesischen Hinterlandes, haben jedoch dazu gef\u00fchrt, dass der Fortbestand dieser Erwerbst\u00e4tigkeit nun in Gefahr ist. Die Probleme im Zusammenhang mit der Kontinuit\u00e4t h\u00e4ngen vor allem mit dem Fehlen von Webermeisterinnen und dem mangelnden Interesse junger Menschen an der Aufnahme eines traditionellen Handwerksberufs als Broterwerb zusammen.<br \/>\nDies ist die gro\u00dfe Herausforderung, vor der wir heute stehen und die auch bereits vor vier Jahrzehnten bestand, als die erste Erhebung zu dieser traditionellen T\u00e4tigkeit durchgef\u00fchrt und alsdann beschlossen wurde, eine Genossenschaft ins Leben zu rufen, deren Hauptziel die Ausbildung sowie die Festlegung einer Strategie war, die mittelfristig eine Kontinuit\u00e4t erm\u00f6glichen sollte. Dies war auch das Ziel der Einrichtung des Museumszentrums der Weberei, welches in das M\u00e9rtola-Museum integriert wurde. 40 Jahre sp\u00e4ter ist die Frage der Kontinuit\u00e4t akuter denn je: Die Wolldecken von M\u00e9rtola werden nur noch von zwei Weberinnen gesponnen, die mittlerweile beide \u00fcber 60 Jahre alt sind. Die Dringlichkeit und die mit dieser Situation verbundene Problemlage haben zu einer ausgeweiteten Debatte gef\u00fchrt, die nun auch die Gemeinschaft und die \u00f6rtlichen Institutionen einbezieht. Unter der Leitung der Stadtverwaltung werden Anstrengungen unternommen, um eine gemeinsame Strategie zu entwerfen, die die Erhaltung und den Fortbestand dieses traditionellen Savoir-faires erm\u00f6glicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das V. Treffen Industrie, Geschichte, Erbe fand am 6., 7. und 8. April 2022 im Museu dos Lanif\u00edcios (Museum der Wollerzeugnisse) der Universit\u00e4t Beira Interior in Covilh\u00e3 statt.  <a class=\"continue\" href=\"https:\/\/www.museudemertola.pt\/de\/v-treffen-industrie-geschichte-kulturerbe\/\">Ler mais<span> V. 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