{"id":15541,"date":"2021-09-02T13:57:16","date_gmt":"2021-09-02T13:57:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.museudemertola.pt\/iacam-projekt-archaeologische-intervention-an-den-einfriedungen-von-alcarias-da-mesquita-mertola\/"},"modified":"2021-09-02T13:57:16","modified_gmt":"2021-09-02T13:57:16","slug":"iacam-projekt-archaeologische-intervention-an-den-einfriedungen-von-alcarias-da-mesquita-mertola","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.museudemertola.pt\/de\/iacam-projekt-archaeologische-intervention-an-den-einfriedungen-von-alcarias-da-mesquita-mertola\/","title":{"rendered":"IACAM-Projekt &#8211; Arch\u00e4ologische Intervention an den Einfriedungen von Alcarias da Mesquita (M\u00e9rtola)."},"content":{"rendered":"<p>Der arch\u00e4ologische Eingriff in den sogenannten Cercas das Alcarias, der vom Campo Arqueol\u00f3gico de M\u00e9rtola (CAM) und der Universit\u00e4t Granada koordiniert wird, findet vom 23. August bis 17. September 2021 in der Ortschaft Mesquita (Gemeinde Esp\u00edrito Santo, Kreis M\u00e9rtola) statt und wird durch das Programm &#8220;Proyectos de investigaci\u00f3n e intervenci\u00f3n arqueol\u00f3gica espa\u00f1ola en el exterior&#8221; [spanische arch\u00e4ologische Forschung und Intervention im Ausland] des spanischen Ministeriums f\u00fcr Kultur und Sport finanziert, mit Unterst\u00fctzung der Gemeinde M\u00e9rtola, des Zentrums f\u00fcr Studien in Arch\u00e4ologie, Kunst und Kulturerbe (CEAACP), der Sociedade Recreativa Mesquitense, der Comiss\u00e3o Fabriqueira da Ermida de Nossa Senhora das Neves (Mesquita) und des Mesquita Turismo de Aldeia.<br \/>\nDas Projekt, an dem ein Team der CAM und der andalusischen Hochschule beteiligt ist, hei\u00dft in 2 Schichten Forscher und Studenten von Universit\u00e4ten in Portugal und Spanien willkommen. Der Eingriff findet in einer Siedlung in der N\u00e4he der Ermida de Nossa Senhora das Neves (Moschee) statt, die zeitlich zwischen dem 8. und 13. Jh. anzusiedeln ist. Diese Intervention zielt darauf ab, relevante Ergebnisse f\u00fcr die Untersuchung l\u00e4ndlicher Gemeinschaften im Gharb al-Andalus zu erhalten, mit Hauptaugenmerk auf dem Gebiet von M\u00e9rtola\/Martulah, sowie Prozesse zeitlicher Kontinuit\u00e4t in Bezug auf Arabisierung und den Widerstand in diesen Gebieten nachzuvollziehen. Ziel ist es, signifikante arch\u00e4ologische Beweise (an der St\u00e4tte sind Reste an der Oberfl\u00e4che zu beobachten) und Materialien freizulegen, die eine Kontextualisierung der verschiedenen ausgegrabenen und identifizierten Strukturen erm\u00f6glichen, w\u00e4hrend sie gleichzeitig auf Handelswege mit dem Rest von al-Andalus und dem Mittelmeerraum hinweisen k\u00f6nnten.<br \/>\nAuf der arch\u00e4ologischen Karte der Gemeinde M\u00e9rtola wird die St\u00e4tte als Cerca das Alcarias bezeichnet, die sich in der Ortschaft Mesquita befindet, sp\u00e4tr\u00f6misch und islamisch besiedelt war und eine ungef\u00e4hre Fl\u00e4che von 40.000 m2 aufweist. Dieser Ort liegt in der N\u00e4he der Ermida de Nossa Senhoras das Neves, die auf einem H\u00fcgel vor dem Weiler Mesquita liegt.<br \/>\n\u201cDas Dorf Mesquita und die kleine Kapelle, die der N. Sra. Das Neves [Schneejungfrau] gewidmet ist, die in der N\u00e4he auf dem Gipfel eines benachbarten H\u00fcgels steht, haben eine lange historische und kulturelle Tradition. So ist die Einsiedelei das letzte Verm\u00e4chtnis eines jahrhundertelangen Prozesses der Errichtung und des Wiederaufbaus von Gottesh\u00e4usern, der auf die Zeit vor der Eroberung zur\u00fcckgeht.<br \/>\nDiese geschichtliche Kontinuit\u00e4t h\u00e4ngt nicht zuletzt mit der hervorragenden Lage des Ortes und seiner strategischen Position am Fluss Guadiana zusammen, ein nat\u00fcrlicher Weg, \u00fcber den seit Tausend Jahren Menschen und G\u00fcter unterschiedlicher Herkunft kommen. In Mesquita stie\u00df die Schiffbarkeit des &#8220;gro\u00dfen Fluss des S\u00fcdens&#8221; auf ein erstes Hindernis, das zur Umladung aller G\u00fcter, die in den Lader\u00e4umen der gr\u00f6\u00dferen Schiffe sich befanden, zwang. Hier befand sich auch eine der wenigen Furten, die den \u00dcbergang zwischen den Ufern erm\u00f6glichten, und zwar \u00fcber eine Br\u00fccke, die bis zum Beginn unseres Jahrhunderts in Betrieb war [20. Jahrhundert].<br \/>\n(\u2026) Die ersten eindeutigen Anzeichen f\u00fcr die Sakralisierung der St\u00e4tte stammen aus dem 8. bis 9. Jh. Davon zeugt die Marmors\u00e4ule, die von dem damals errichteten Geb\u00e4ude erhalten geblieben ist, ein architektonisches Werk mit raffinierten bildhauerischen und dekorativen Arbeiten, das in Portugal ohne Gleichen ist [im Museum von M\u00e9rtola ausgestellt]. Dass es zu einem christlichen Geb\u00e4ude geh\u00f6rt, ist zweifellos. Andererseits kann die Existenz einer primitiven pal\u00e4ochristlichen Gemeinschaft nicht ausgeschlossen werden, obwohl es keine beweiskr\u00e4ftigen Elemente daf\u00fcr gibt.<br \/>\nIn der Almoraviden- oder Almohadenzeit wurde der Tempel sicherlich in eine Moschee umgewidmet; ein Ph\u00e4nomen, das offenbar keine baulichen oder sonstigen Spuren hinterlassen hat, von dem aber der Ortsname, der bis heute \u00fcberlebt hat, deutlich k\u00fcndet. Nach der Reconquista [christliche Wiedereroberung] wurde sie erneut dem christlichen Kult geweiht und erhielt dann den Titel &#8220;Santa Maria das Froles&#8221;, wie sie noch im Jahr 1482 genannt wurde.<br \/>\nDie ersten detaillierten Informationen \u00fcber die Ermida de Sta. Maria stammen aus dem Jahr 1515. Nach der Beschreibung, die der offizielle Besucher von Santiago in jenem Jahr machte, war es &#8220;ein k\u00fchnes Haus, alles sehr klein&#8221;, gebaut &#8220;aus Stein und Lehm und mit alten Ziegeln bedeckt&#8221;.  Von den vorangegangenen Tempelbauten war dann wohl schon nichts mehr \u00fcbriggeblieben. Wie uns dieser Inspektor aufgrund von Informationen, die ihm von &#8220;befreundeten M\u00e4nnern&#8221; gegeben wurden, mitteilt, wurde es vor vielen Jahren von einem gewissen &#8220;Joham Louren\u00e7o&#8221; wieder aufgebaut, weil es &#8220;besch\u00e4digt und eingest\u00fcrzt&#8221; war..<br \/>\n1535 wird die Kapelle bereits &#8220;nossa senhora da mizqujta&#8221; [Jungfrau der Moschee] genannt, womit die alte Widmung der St\u00aa Maria das Flores verloren geht, an die man sich nicht mehr erinnern w\u00fcrde. Einige Jahre zuvor war sie konsolidiert und restauriert und inhaltlich bereichert worden. Sie hatte also &#8220;majs dous altares&#8221; [zwei weitere Altare] mit Gem\u00e4lden, die ihre Heiligen abbildeten: Benedikt, St. Bartholom\u00e4us und ein Kruzifix, flankiert von der Muttergottes und dem Heiligen Johannes. Auf dem Hochaltar wiederum befand sich das &#8220;gro\u00dfe Bildnis der Muttergottes mit ihrem Sohn auf ihrem Scho\u00df in einem Retabel mit T\u00fcren, die mit Farben verziert waren&#8221; .<br \/>\nDieses wertvolle Ensemble sollte leider nicht \u00fcberleben.  Im Jahr 1565 wurde dem Verwalter der Einsiedelei befohlen, &#8220;die Bilder, die jetzt an den W\u00e4nden gemalt sind, zu entfernen&#8221;. Weder das Bildnis der Schutzpatronin aus dem 16. Jahrhundert noch das Geb\u00e4ude selbst, das im 17.\/18. Jahrhundert baulich umgestaltet wurde, hat sich in die Gegenwart gerettet. Hierbei sollte darauf hingewiesen werden, dass die Einsiedelei unter dem Schutz von N. Sr.\u00aa das Neves stand, eine Marienverehrung, die ab dem Ende des 16. Jahrhunderts eine beachtliche Verbreitung erfuhr.<br \/>\nDas heutige Gotteshaus tr\u00e4gt die Spuren all dieser Jahrhunderte, obwohl es in diesem Jahrhundert restauriert wurde. Es besteht aus einem einzigen Schiff mit einer eingebauten Kapelle und starken Strebepfeilern, die die W\u00e4nde st\u00fctzen. In seinem \u00e4u\u00dferst kargen Inneren befindet sich ein Bildnis der N. Sr.\u00aa das Neves mit volkst\u00fcmlichem Charakter, aus der ersten H\u00e4lfte des 18. Jh..\u201d<\/p>\n<p>Bibliographie:<br \/>\nBOI\u00c7A, Joaquim, Imagin\u00e1ria de M\u00e9rtola &#8211; Tempos, espa\u00e7os e representa\u00e7\u00f5es, M\u00e9rtola, Campo Arqueol\u00f3gico de M\u00e9rtola, 1998.<br \/>\nPALMA, Maria de F\u00e1tima (Koord.), Arch\u00e4ologische Karte der Gemeinde M\u00e9rtola, M\u00e9rtola, Campo Arqueol\u00f3gico de M\u00e9rtola, 2012.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Hispanien nach Al-Andalus: Arabisierung, Islamisierung und Widerstand in l\u00e4ndlichen Gebieten&#8221;.  <a class=\"continue\" href=\"https:\/\/www.museudemertola.pt\/de\/iacam-projekt-archaeologische-intervention-an-den-einfriedungen-von-alcarias-da-mesquita-mertola\/\">Ler mais<span> IACAM-Projekt &#8211; Arch\u00e4ologische Intervention an den Einfriedungen von Alcarias da Mesquita (M\u00e9rtola).<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":15433,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[133],"tags":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.museudemertola.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15541"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.museudemertola.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.museudemertola.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.museudemertola.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.museudemertola.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15541"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.museudemertola.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15541\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.museudemertola.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15433"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.museudemertola.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15541"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.museudemertola.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15541"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.museudemertola.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15541"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}