{"id":13282,"date":"2021-06-18T10:23:03","date_gmt":"2021-06-18T10:23:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.museudemertola.pt\/museum-von-mertola-islamische-kunst-20-jahre-spaeter\/"},"modified":"2021-06-24T14:30:46","modified_gmt":"2021-06-24T14:30:46","slug":"museum-von-mertola-islamische-kunst-20-jahre-spaeter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.museudemertola.pt\/de\/museum-von-mertola-islamische-kunst-20-jahre-spaeter\/","title":{"rendered":"Freilichtmuseum M\u00e9rtola &#8211; Arte Isl\u00e2mica (islamische Kunst): 20 Jahre sp\u00e4ter&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><strong>In der letzten Zeit war viel die Rede davon, welche Rolle die Kultur und insbesondere die Museen in der heutigen Gesellschaft spielen. Es handelt sich um ein Thema, das in den vergangenen Jahren viel diskutiert wurde. Im Zusammenhang mit der 2020 und 2021 durchlebten Pandemie wurde das Interesse wieder entfacht, wodurch verschiedene Standpunkte, Auswertungen, Kritiken und Meinungen entstanden.<\/strong><br \/>\nUnter den von der Zivilgesellschaft gef\u00fchrten Initiativen ist die Plattform des kulturellen Erbes hervorzuheben (Plataforma pelo Patrim\u00f3nio Cultural) &#8211; eine Erkl\u00e4rung, die von verschiedenen Organisationen unterschrieben wurde. Damit soll \u201edas Erbe als strategischer Wert und Gelegenheit f\u00fcr das Land \u201c bekr\u00e4ftigt werden. In der Erkl\u00e4rung wird erw\u00e4hnt, dass \u201edas kulturelle Erbe das wertvollste Verm\u00f6gen eines jeden Landes darstellt, insbesondere jener L\u00e4nder, deren Geschichte eine lange Zeit zur\u00fcckreicht und deren nat\u00fcrliche Rohstoffe mit der Zeit teilweise ersch\u00f6pft wurden. Es handelt sich um ein Verm\u00f6gen, wof\u00fcr sich jede Generation &#8211; die aktuelle und zuk\u00fcnftige &#8211; als treue Verwahrerin verstehen sollte und dessen Umfang \u00fcber den strengen nationalen Rahmen hinaus geht. Wir d\u00fcrfen uns nicht als Besitzer der Dinge verstehen, die uns allen hinterlassen wurden, und die gr\u00f6\u00dftenteils unseren Vorfahren geh\u00f6ren. Wir sollten sie mit unseren Mitmenschen und Nachfahren teilen. Das kulturelle Erbe muss man pflegen und ausbauen. Diese Pflicht stellt kein nationales, europ\u00e4isches oder allgemeines Gesetz dar, sondern eine Notwendigkeit der B\u00fcrgerschaft und Zivilisation\u201d.<br \/>\nDiese Problematik durchquert verschiedene Wissensbereiche und \u00fcberschreitet lokale, regionale und internationale Grenzen. Au\u00dferdem stellen sich die mit der Erhaltung und Wertsch\u00e4tzung des Erbes zusammenh\u00e4ngenden Fragen nicht nur in st\u00e4dtischen Ballungsgebieten. Vermutlich sind sie im Landesinneren und in Gebieten mit geringer Bev\u00f6lkerungsdichte, wo die Herausforderungen an Kultur und Kulturvermittlung komplexer sind, noch st\u00e4rker pr\u00e4sent.<br \/>\nWenn wir in der Zeit zur\u00fcckspringen, dann k\u00f6nnen wir tats\u00e4chlich feststellen, dass diese Fragen in der j\u00fcngsten Vergangenheit immer wieder gestellt wurden. Dies war sichtlich ein Anliegen von Serr\u00e3o Martins und Cl\u00e1udio Torres, als sie Ende der 70-er Jahre feststellten, dass der Entwicklungsmotor auf diesem Gebiet mit den Kenntnissen und der Sch\u00e4tzung fr\u00fcherer Werten und des Kulturerbes zusammenhing. Deshalb machten sie diese Werte zu Mitteln und wichtigen Bindegliedern, um Projekte und Ma\u00dfnahmen dynamisch anzukurbeln. So sah die Vergangenheit aus, so sieht die Gegenwart aus und so wird auch die Zukunft von M\u00e9rtola aussehen. Dies ist die Mission des Freilichtmuseums M\u00e9rtola. Der Schwerpunkt liegt auf der Erhaltung, der Wertsch\u00e4tzung und Verbreitung des kulturellen Erbes des Gebiets, um das kollektive Ged\u00e4chtnis aufzubauen und die Identit\u00e4t der lokalen Gemeinschaft zu f\u00f6rdern.<br \/>\nIn diesem Zusammenhang hat man in den letzten vierzig Jahren ein interessantes Museumsprogramm in M\u00e9rtola verwirklicht, bei dem das Museum die Stadt selbst ist. Cl\u00e1udio Torres sagt, \u201edie gesamte Gesellschaft, jede Gemeinschaft sollte ihre wertvollsten G\u00fcter, Zeugnisse und Dokumente, Spuren, Gegenst\u00e4nde und Artefakte, die das kollektive Ged\u00e4chtnis ausmachen, bewahren und sch\u00fctzen. Ein solcher Erinnerungsort kann und sollte das Museum sein. Ein Schutzort, an dem das Leben eines Ortes oder Gebietes konzentriert ist, ein Ort, der den tiefsten Charakter einer Gemeinschaft w\u00fcrdigen kann. Das lokale Museum gewinnt an Bedeutung, wenn es in mehrere Museumsorte mit unterschiedlichen Themen aufgeteilt wird und wenn zu diesen Orten allm\u00e4hlich Schutzbereiche, Zugangswege, Tore, Steinb\u00e4nke, Mauern, Gem\u00fcse- und Obstg\u00e4rten z\u00e4hlen. Besonders gewinnt das Heimatmuseum auch dann an Bedeutung, wenn sich darin teilnahmsvolle, mitwissende und interessierte Menschen einfinden, die ihr Leben genie\u00dfen und sich die Vergangenheit zu Nutze machen. So ist auch allm\u00e4hlich das Freilichtmuseum M\u00e9rtola entstanden\u201d.<br \/>\nDer Museumsort Arte Isl\u00e2mica (islamische Kunst), der vor fast 20 Jahren im Dezember 2001 er\u00f6ffnet wurde, ist ein Beispiel f\u00fcr die Arbeit, die in M\u00e9rtola durchgef\u00fchrt wird. Die Zugangstafel des Museums zeigt, nach welchen Zielsetzungen es errichtet wurde. \u201eDas schriftliche Dokument soll den Nachkommen in und zwischen den Zeilen die Errungenschaften der M\u00e4chtigen, die Aufzeichnung einer \u00fcbertragenden Geschichte, zeigen. Den Machtlosen, ohne Schriftst\u00fccke, bleibt eine verg\u00e4ngliche Geste oder ein musikalischer Klang, bescheidene Erzeugnisse aus dem Alltag, etwa der abgenutzte Kochtopf oder die Lampe, in der das \u00d6l trocknete\u201d. Cl\u00e1udio Torres und Santiago Macias sind f\u00fcr die Gestaltung, Koordination und Inhalte verantwortlich. Mit einem gro\u00dfen interdisziplin\u00e4ren Team haben sie im Laufe der Jahre eine ausgezeichnete Arbeit bei Untersuchungen, Studien, Bestandsverzeichnis und Aufbewahrung geleistet.<br \/>\nDurch Arch\u00e4ologiearbeiten, die haupts\u00e4chlich aus dem Engagement des Arch\u00e4ologievereins Campo Arqueol\u00f3gico de M\u00e9rtola in der Alcazaba hervorgingen, konnte eine wichtige Sammlung an Gegenst\u00e4nden, die f\u00fcr den Alltag einer fernen Vergangenheit repr\u00e4sentativ sind, zusammengestellt werden. Die Gegenst\u00e4nde enthalten Ankl\u00e4nge von noch heute vertrauten und bestehenden Formen, Techniken, Gepflogenheiten, Kenntnissen und Fertigkeiten. F\u00fcr diese au\u00dfergew\u00f6hnliche Sammlung an Materialien wurde als Aufbewahrungsort ein altes Lager aus dem 18. Jahrhundert gew\u00e4hlt, das sich mitten in der Altstadt befindet, in der N\u00e4he vom alten Tor Porta da Ribeira. Das Lager ist Eigentum der Stadtverwaltung und wurde im Rahmen eines Projekts des Architekten Jos\u00e9 Alberto Alegria saniert, das vom Institut f\u00fcr Tourismusfinanzierung und -unterst\u00fctzung, von der Generaldirektion Raumordnung und von der Gemeinde finanziert wurde, und Teil des Projekts \u201eProjeto Integrado de Mertola\u201c ist. Das Architekturprojekt und die Museographie bringen Merkmale des Geb\u00e4udes zum Ausdruck und betonen mittels Linien, Farben und Formen die Pr\u00e4senz der islamischen Hinterlassenschaft. Gleichzeitig wird ein koh\u00e4renter und logischer Diskurs geschaffen. Ant\u00f3nio Borges Coelho, erw\u00e4hnt in seinem Katalogtext \u201eTr\u00e4ume sind wahr geworden. Der Untergrund enth\u00fcllte Geheimnisse und die Kleinstadt organisierte den Nachlass wie folgt: R\u00f6misches Museum, Museum f\u00fcr kirchliche Kunst, fr\u00fchchristliches Museum, Schmiedemuseum und nun das islamische Museum. Fast ein Vierteljahrhundert lang platzierte das von Cl\u00e1udio Torres geleitete Team mit Unterst\u00fctzung der Bev\u00f6lkerung, der Gemeinde und einem Freundschaftsnetzwerk die Kleinstadt auf der Karte. Nun kann man sagen, die Kleinstadt befindet sich auf der Landkarte Portugals und auf der Landkarte eines gebildeten Europas sowie auf der Mittelmeerkarte. (\u2026) Die Geschichte bringt die Wurzeln der Kleinstadt zum Vorschein und gew\u00e4hrleistet in gro\u00dfem Ma\u00dfe ihre Entwicklung\u201d.<br \/>\nNach fast 20 Jahren wird der Ausstellungsort Arte Isl\u00e2mica neu gestaltet. Es l\u00e4sst sich nichts an den urspr\u00fcnglichen Annahmen derjenigen \u00e4ndern, die f\u00fcr die Inhalte und des museographischen Diskurses verantwortlich waren. Man passt sich an unsere Zeit an, in der es andere Umweltbedenken gibt und die Inhalte anders an die unterschiedlichen Zielgruppen vermittelt werden. In den vergangenen Monaten wurden Wartungsarbeiten am Geb\u00e4ude verrichtet, mit dem Ziel, M\u00e4ngel, die \u00fcber die Jahre entstanden sind, zu beheben. Daneben wurden Ma\u00dfnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz entwickelt sowie angemessene Bedingungen f\u00fcr Besucher, Mitarbeiter und f\u00fcr die Erhaltung der ausgestellten Sammlung geschaffen. Au\u00dferdem wurde f\u00fcr die bessere Zug\u00e4nglichkeit aller Beteiligten gesorgt.<br \/>\nWir glauben, dass Museen dynamische Orte sind und sich an die Ver\u00e4nderungen der Gesellschaft anpassen sollten. Wir glauben auch, dass das Erbe und die Bewahrung der Erinnerung wesentlich sind, um die Wertsch\u00e4tzung des Teilens, der Verantwortung, des Respekts und der Demokratie zu f\u00f6rdern. Wir glauben, dass sie der Motor f\u00fcr eine Nachhaltige Entwicklung sind, die sich auf das Wissen \u00fcber das Gebiet und die Beteiligung der Menschen st\u00fctzt. Unsere T\u00e4tigkeit ist das Ergebnis der Arbeit eines gro\u00dfen Teams. Wir verfolgen das Ziel verfolgt, so viele Menschen wie m\u00f6glich zu erreichen, Wissen weiterzugeben, Lernereignisse und Freizeitangebote zu erm\u00f6glichen, zur pers\u00f6nlichen und professionellen Entwicklung aktiver Mitglieder der Gesellschaft beizutragen. Unsere Vorstellungen sind anspruchsvoll, manchmal sogar utopisch, doch sie sind das Ergebnis der Arbeit, die von Menschen f\u00fcr Menschen geleistet wurde. Dies wird durch das 20-j\u00e4hrige Bestehen des Museumsorts Arte Isl\u00e2mica deutlich.<br \/>\nIn K\u00fcrze \u00f6ffnen wir wieder. Kommen Sie uns besuchen und machen Sie sich mithilfe der Texte der Vitrinen, der Gegenst\u00e4nde und im Dialog mit dem Mitarbeiter, der Sie empf\u00e4ngt, bewusst, wie wichtig der Weg ist, auf dem Sie 14 Museumsorte besuchen, die Ihnen von der Geschichte dieser Gegend und den Menschen, die hier lebten und leben etwas erz\u00e4hlen. Sie sind herzlich eingeladen.<\/p>\n<p>1 In, Plattform f\u00fcr Kulturerbe (PPCULT), 2021.<br \/>\n2 TORRES, Cl\u00e1udio, \u201eMuseen und Tourismus\u201c in, G\u00d3MEZ Martinez, Susana (cord.), Museum von M\u00e9rtola \u2013 Gesamtkatalog, M\u00e9rtola, Arch\u00e4ologisches Gebiet von M\u00e9rtola, 2014, pg. 19.<br \/>\n3 TORRES, Cl\u00e1udio und MACIAS, Santiago, \u201eBuilding a Museum\u201c in, Museum of M\u00e9rtola \u2013 Islamische Kunst, M\u00e9rtola, Archaeological Field of M\u00e9rtola, 2001, pg. 7.<br \/>\n4 COELHO, Ant\u00f3nio Borges, \u201eM\u00e9rtola. Islamisches Museum\u201c in, TORRES, Cl\u00e1udio und MACIAS, Santiago (Koord.), Museum von M\u00e9rtola \u2013 Islamische Kunst, M\u00e9rtola, Arch\u00e4ologisches Gebiet von M\u00e9rtola, 2001, S. f\u00fcnfzehn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der letzten Zeit war viel die Rede davon, welche Rolle die Kultur und insbesondere die Museen in der heutigen Gesellschaft spielen. 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